{"id":560,"date":"2012-02-01T13:43:01","date_gmt":"2012-02-01T12:43:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fhaga.de\/?p=560"},"modified":"2012-02-06T20:02:14","modified_gmt":"2012-02-06T19:02:14","slug":"stahlgotz-njoerhug-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.fhaga.de\/?p=560","title":{"rendered":"Stahlg\u00f6tz: I. Njoerhug (2)"},"content":{"rendered":"<p>Am Morgen des Siebten Tages in der Dekade des G\u00f6tterfalken Bjakko herrschte reges Treiben im Zentrum des Dorfes, denn der Hohepriester der \u00c4lteren G\u00f6tter war verstorben. Die Angeh\u00f6rigen der zwei im Dorfe ans\u00e4ssigen warskogedischen Clans, Crorstzar und Jattruin, die unfreien Knechte und M\u00e4gde, alle waren mit den Vorbereitungen f\u00fcr das Totenfest und die anschlie\u00dfende Wahl eines Adepten zum neuen Hohepriester besch\u00e4ftigt. <\/p>\n<p>Einige M\u00e4nner setzten die steinernen Feuerkreise wieder in Stand und schichteten Holz auf, andere \u00fcbten sich im Schwerttanz, der zur Ehre des Toten aufgef\u00fchrt werden sollte. Die Frauen bedeckten den Boden dicht mit Stroh, dar\u00fcber legten sie Felle. Es war kalt und w\u00fcrde noch k\u00e4lter werden, aber diesen Tag w\u00fcrden die Menschen von Njoerhug wohl drau\u00dfen verbringen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Fjardi, der \u00e4lteste Sohn des Schmiedes, ein H\u00fcne von einem Mann, war v\u00f6llig in das Spiel mit seinem ersten Spross vertieft. Er wiegte das Baby in seinen Armen und k\u00fcsste es, w\u00e4hrend er \u00fcber den Platz streifte. Der kleine Prinz hatte aufgeh\u00f6rt zu schreien, so dass Fjardi die Suche nach seiner Frau fast vergessen hatte. Jemand r\u00fcttelte an ihm.<\/p>\n<p>\u201eFjardi Crorstzar, Sohn des Gotwini,&#8230; hey, wie geht es dem kleinen Odaran heute?\u201c <\/p>\n<p>Der Krieger blickte Gundel in die Augen. \u201eEs geht ihm gut. Ich schulde Dir meinen Dank.\u201c <\/p>\n<p>Sie hatte bei der Geburt geholfen, Sie war die beste Amme im Dorf und die Familien des m\u00e4chtigsten Clans der Gegend versicherten sich vor und bei Geburten stets ihres Rates und ihrer Dienste.<\/p>\n<p>\u201eDu schuldest mir nichts, Fjardi\u201c, f\u00fcr einen kurzen Moment w\u00fcnschte sie sich, dass er ihr etwas schulde, verscheuchte diesen Gedanken aber schnell, \u201eschlie\u00dflich habt ihr mich reich entlohnt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas Leben eines so sch\u00f6nen Jungen ist unbezahlbar.\u201c <\/p>\n<p>Irbiga, Fjardis Frau kam verschwitzt aus der K\u00fcche des H\u00e4uptlingshauses zur\u00fcck, wischte sich die H\u00e4nde an einer Sch\u00fcrze ab, nahm das jetzt wieder schreiende B\u00fcndel z\u00e4rtlich in ihre Arme und verschwand damit, Gundel vage zunickend im Haus des Schmieds.<\/p>\n<p>\u201eFjardi, trotzdem Du mir nichts schuldest, bitte ich Dich um einen Gefallen. Ich brauche ein Schwert.\u201c Gundel setzte ihre willensst\u00e4rkste Miene auf und sah den Krieger bedeutungsvoll  an. <\/p>\n<p>\u201eDu wei\u00dft, dass Du kein Schwert f\u00fchren darfst, Du&#8230; bist eine Clanlose.\u201c<br \/>\n\u201eSchon bald werde ich nicht mehr hier sein und dann wird es keine Rolle mehr spielen, ob ich dies oder das bin. Frag mich nicht wo hin ich gehe und frage nicht wann. Es wird schon sehr bald sein, vielleicht morgen.\u201c <\/p>\n<p>Gundel w\u00fcnschte sich, dass ihr jetzt die Tr\u00e4nen k\u00e4men um den dramatischen Effekt ihrer Rede zu betonen, empfand aber eher Freude als Trauer ob des Abschieds. Als sie aber dar\u00fcber nachdachte, bemerkte sie, dass sie in ihrer Vorstellung stets mit Yrdokaan weggegangen war. Was war, wenn er nicht mitkommen konnte, oder er es gar nicht wollte?<\/p>\n<p>Fjardi wirkte zun\u00e4chst etwas verwirrt, aber er war nicht der Mann, der dieser sch\u00f6nen Frau etwas abschlagen konnte. Er und Yrdokaan hatten schon als kleine Kinder zusammen mit Gundel gespielt; bereits damals bekam sie scheinbar m\u00fchelos das, was Sie wollte. Zusammen stiegen beide in die gro\u00dfe Schmiedehalle unter dem Gotwinihof hinab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Morgen des Siebten Tages in der Dekade des G\u00f6tterfalken Bjakko herrschte reges Treiben im Zentrum des Dorfes, denn der Hohepriester der \u00c4lteren G\u00f6tter war verstorben. Die Angeh\u00f6rigen der zwei im Dorfe ans\u00e4ssigen warskogedischen Clans, Crorstzar und Jattruin, die unfreien &hellip; <a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.fhaga.de\/?p=560\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.fhaga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/560"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.fhaga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.fhaga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.fhaga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.fhaga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=560"}],"version-history":[{"count":6,"href":"http:\/\/www.fhaga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/560\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":648,"href":"http:\/\/www.fhaga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/560\/revisions\/648"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.fhaga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=560"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.fhaga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=560"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.fhaga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=560"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}